#2 – Fabian W. – Interview mit Bloggern

In der Serie Interview mit Bloggern geht es diese Woche weiter. Dieses mal habe ich mit Fabian gesprochen. Außerdem arbeitet er mit WordPress und S9Y und schildert dabei seine Erfahrungen.

Stell dich meinen Lesern bitte vor!

Ich heiße Fabian bin noch gerade so eben Schüler und bin 2005 „unter die Blogger gegangen“. Momentan schreibe ich für mehrere Blogs.

Wieso bloggst du und seit wann?

Ich blogge seit Mitte 2005. Meine ersten Beiträge fielen allerdings recht schnell meiner Experimentierfreude zum Opfer. Ich habe damals einfach eine WordPress Datenbank durch eine neue ersetzt – und schon waren die Daten „verschwunden“. Ich hatte damals einige Probleme mit den Sonderzeichen und keine besondere Lust mich damit näher auseinanderzusetzen. WordPress neu aufzusetzen schien mir in dem Augenblick die einfachste Möglichkeit zu sein. Inzwischen ist das dank UTF-8 Zeichenkodierungen weniger problematisch und die wenigsten Blogger dürften ernsthaft Probleme mit Zeichenkodierungen haben.

Warum ich blogge? Die Frage – ist schwer zu beantworten. Aber ich war immer von Foren fasziniert, insbesondere große Foren wie Spotlight.de und MacUser. Man stellt dort eine Frage und in der Regel wird diese innerhalb von wenigen Augenblicken beantwortet. Diskussionen über Neuentwicklungen, Trends – alles schnell, mehr oder weniger präzise, mit einer persönlichen Note, je nach dem wer gerade einen Eintrag schreibt. Nur Foren haben einen Nachteil wenn sie groß sind – sie sind nicht sehr selektiv ausgerichtet. Wichtige Informationen gehen schnell unter, gerade da nicht selektiv gefiltert wird.

Blogs filtern – zwar völlig subjektiv nach Gutdünken des Autors – doch sie filtern. Irgendwie habe ich das ein wenig im Hinterkopf gehabt als ich einen Blog eröffnet habe. Zudem gefiel mir die Default-Einstellung der Blogsysteme: Die Beiträge werden automatisch chronologisch geordnet. Ein Feature das die Seiten immer einigermaßen aktuell aussehen lässt. Startseiten die den Leser mit „letzte Aktualisierung 2001“ begrüßen dürften nicht gerade ein Publikumsmagnet werden.

Du besitzt verschiedene Blogs. Wie oft in der Woche arbeitest du täglich an diesen?

Ich besitze in der Tat verschiedene Blogs. Thematisch sind diese auch recht verschieden, sodass es sich angeboten hat noch ein paar weitere Projekte zu starten. Mein erster Blog war und ist headspicket, einem Blog der einen eher satirisch-politischen Blick auf die Welt wirft. Daneben blogge ich noch auf Wege-zum-Abitur zum Schulalltag und bei dem Schubladen-Blog geht es eher um EDV- und Blog-Themen. Die Projekte kosten zwar Zeit, allerdings auch bei meinem gemäßigten Blog-Beitrags-Aufkommen auch nicht so unglaublich viel. Die Beiträge sind je nach Länge und Hintergrund recht schnell geschrieben. Richtig Zeit hingegen kostet es die Informationen erst zu sammeln. Ein paar Stunden gehen pro Woche allerdings durchaus fürs Bloggen drauf oder zumindest für Aktivitäten, die in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Blog stehen. Man will schließlich Kommentare schnell freischalten, Spam filtern, eMails beantworten und Statistiken werten sich auch nicht von selbst aus. Bloggen kostet Zeit – allerdings bieten Blogs auch einen Mehrwert – mir hilft zum Beispiel durchaus mein Schul-Blog, wenn ich etwas nachschlagen will und noch im Hinterkopf den Gedanken habe „darüber hast du doch schon einmal etwas geschrieben“.

Einträge schreibe ich in der Regel nicht täglich, sondern schaue täglich nur nach Kommentaren und ab und an nach der Besucherstatistik.

Zudem nutzt du zum einen das Blogsystem WordPress, als auch Serendipity. Worin siehst du die Vorteile bzw. die Nachteile von diesen?

WordPress hat sicherlich viele Vorteile. Es gibt viele Nutzer und eine aktive, hilfsbereite Community. Plugins ohne Ende und eine frei verfügbare Template-Auswahl die unbeschreiblich groß ist. Kurzum: Insgesamt ist die WordPress-Welt unübersichtlich geworden. Das gilt auch für die Software. Sie hat mit der Zeit ganz schön zugelegt. Die Software ist nur noch simpel für den Endnutzer, sofern er sich nicht um die technischen Details kümmert. Regelmäßig erscheinende Sicherheitspatches und Bugfixes sind die Folge. S9Y ist um einiges schlanker. Dafür gibt es auch deutlich weniger Plugins und das Template-System ist nicht mehr ganz so einfach wie man es aus der WordPress Welt gewohnt ist.

Mit welchen Blogsystem arbeitest du lieber/ findest du besser und warum?

Wenn ich Beiträge schreibe mag ich WordPress lieber. Der Editor-Backendbereich ist wirklich durchdacht. Zudem versteht das Template System von WordPress jeder der schon einmal ein HTML-Einsteigerbuch gelesen hat. Sobald ich allerdings wieder WordPress-Updates einspielen muss, wünsche ich mir S9Y herbei. Der Update-Zyklus bei Serendipity ist deutlich entspannter. Zudem gibt es keine verschiedenen Versionen. Das WordPress-Deutschland Team ist nicht für seine Vollkommenheit berüchtigt und ob Lokalisierung auch heißt Plugins von Textlinkvermarktern einbauen zu müssen, darf bezweifelt werden. Die Lokalisierungsprobleme entfallen weitestgehend bei S9Y.

Welchen Tipp würdest du anderen Bloggern geben, die einen neuen Blog starten wollen?

Einen ultimativen Tipp kann ich nicht geben. Aber mir hätten schon ein paar kleine Tipps das Leben deutlich erleichtert. So würde ich als Starter ein kleines Buch über HTML kaufen – statt eines über WordPress, S9Y & Co – und zuerst auf dem lokalen PC etwas mit XAMPP in Kombination mit dem gewünschten System testen. Wenn das klappt – kann man getrost eine eigene Domain plus Webspace bestellen. Kostet schließlich fast nichts.

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2 Responses to “#2 – Fabian W. – Interview mit Bloggern”

  1. Dass man als Blogger etwas Ahnung von HTML und noch besser CSS dazu hätte, vielleicht auch Grundkenntnisse in PHP besitzen würde, wäre sicherlich von einem grossen Vorteil.
    Aber auch ohne CSS und PHP lassen sich Blogs betreiben.
    Paul, schön dass du wieder aus den Ferien zurück bist und mein Interview kommt demnächst auch oder!?;).

  2. Ein sehr gelungenes Interview. Ich finde es sehr interessant zu erfahren, welche Erfahrungen andere beim Aufsetzen eigener Blogs gemacht haben. Ich kann Euch auch nur zustimmen, das Grundkenntnisse in HTML die Sache doch eindeutig erleichtern. Aber dadurch sollte sich niemand abschrecken lassen, denn wie in vielen anderen Dingen kann man sich die Kenntnisse auch selbst sehr gut aneigenen, wenn nur der Wille groß genug ist. Also, nur Mut!

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